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Zuechter und das liebe Geld
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Züchter und das liebe Geld

Grau ist alle Theorie.

Wer kennt ihn nicht, den Spruch: Züchter wollen nur Kohle machen. Die verdienen doch genug mit dem Verkauf ihrer Hunde, bei den Preisen? Die Medien sind voll davon, von journalistisch theroretischem Kalkül, nachgefaselt in der Bevölkerung, alles was mit Hundezucht zu tun hat, ist schon mal suspekt, denn wo Geld im Spiel ist, muss etwas verdächtig sein. Das ist in der Welt da draußen nicht anders als in der Szene selbst. Auch hier rechnen Kritiker geflink Anzahl der Würfe x Welpenkaufpreis zusammen und finden es bestätigt: Die Züchter müssen sich ja eine goldene Nase verdienen. Wenn von Züchtern gesprochen wird, dann sind auch solche gemeint: seriöse Menschen, die aus Liebe zu ihren Tieren einer Beschäftigung frönen, die ein Zuchtziel verfolgen und die alles in ihre Tiere stecken. Jeder kluge Züchter, ob nun Pferde, Rinder, Hunde, Katzen, Vögel oder Karpfen weiss, dass nur etwas herauskommt, wenn man zuvor genug hineingesteckt hat. Das aber scheint bei der Meinungsmache und vorschnell gewählten Verurteilung der Züchter schlechthin gänzlich unterzugehen. Und offensichtlich sind da selbst die vielen Theoretiker in den Vereinen, die "normalen" Hundehalter und selbst einige Züchter untereinander, die es besser wissen müssten, nicht fein, dem anderen Profitgier zu unterstellen. Denn diese Schiene zu fahren wirkt immer. Das versteht sogar der Dümmste. Und es ist eine scheinbar legitime Art Neid und Mißgunst zu verspritzen....

 
Kennt man die Praxis und viele, viele Züchter, dann sieht die Sache ganz, ganz anders aus. Von Gewinnstreben kann überhaupt nicht die Rede sein. Wieviele Züchter machen nichts anderes, als von den Einnahmen aus dem Welpenverkauf Löcher zu stopfen? Wieviele Züchter verzichten selbst auf alles, nur damit es ihren Hunden und Welpen an nichts mangelt? Fragt man die Züchter nach ihren Kosten, dann zucken sie nur die Achseln. Mal ehrlich, wer davon rechnet wirklich nach?
 
Die Kosten werden nämlich ganz einfach verdrängt. Wäre es nicht so, würden viele längst die Zucht aufgegeben haben, weil rationale, wirtschaftliche Beweggründe dem entgegenstehen. Also verschließen die meisten Züchter hier ihre Augen und fangen gar nicht erst an nachzurechen.
 
Und kaum ist ein Wurf aus dem Haus, wird das keineswegs "leichtverdiente" Geld sofort investiert: in ein größeres, besseres Ambiente für die Hunde, in eine neue unverhältnismäßig teure Auswahl eines neuen Importhundes, in eine viel zu aufwendige und kostenexpandierende, risikoreiche Verpaarung, in neue Ausstellungsbesuche, dass mehr als 10000 km weit entfernt veranstaltet wird, in neues Zubehör für die Hunde, Ersatz von zu Bruch gegangenen Einrichtungsgegenständen, in neue Hundebetten, Welpenanlage, in Erleichterungen für Futterlagerung und Pflege, neue Umzäunung, mal wieder der Reparatur der Grünflächen... und und und. 
 
Und dann passiert ein Unfall und unerwartet kommen hohe Tierarztkosten auf den Züchter zu und schon ist er wieder in den roten Zahlen. Aber die Unterhaltskosten laufen weiter. Und so hangelt er sich von Wurf zu Wurf. Das ist die andere Seite der Medaille. Wer als Züchter nicht das Glück hat im ererbten Geld zu schwimmen, wer keinen Partner hat, der bereit ist, für das Hobby seines Lebensgefährten oder seiner Frau, sein im Büro oder Geschäft hartverdientes Geld vor die Hunde zu werfen, der muss von einem normalen bis guten Einkommen nicht nur leben, sondern auch noch die Hundehaltung und -zucht bestreiten. In der Regel muss er aber auch genug Zeit zur Verfügung haben, um sich seinem Hundebestand zu widmen und das geht von der Arbeitszeit ab. Also bleibt vielen Züchtern gar nichts anderes übrig, als mit einer Halbtagsstelle zufrieden zu sein und die Hundehaltung und das Hobby selbsttragend zu gestalten. Sprich: Was die Hunde kosten, muss durch die Welpen (wenigstens teilweise) wieder hereinkommen. Wehe aber die Planung geht nicht auf. Hunde sind keine Antiquitäten, die man entstaubt, die aber ansonsten ohne weitere Beachtung im Wert steigen. Es sind Lebewesen, die alt und krank werden, die gebissen werden können oder sich auf Spaziergängen verletzen. Sie können auch urplötzlich durch einen Unfall zu Tode kommen. Nichts ist sicher, nichts ist planbar..



 

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