Hundekauf ist Vertrauenssache Zum großen Leidwesen der Tiere und auch einiger betrogener Käufer gibt es keinerlei Vorschriften und Gesetze für die Hundezucht. Jeder, der im Besitz einer Hündin ist, darf sich "Züchter" nennen. Darunter findet man also den fachlich kompetenten Liebhaberzüchter, den "Einmal-von-der-eigenen-Hündin-Welpen- haben-Gelegenheits-Züchter" und den gewerbetreibenden Rassehundzüchter. Die Unterschiede zwischen den vielen Kategorien von Züchtern und sog. Züchtern, lassen sich nicht unbedingt auf Anhieb am Inserat erkennen, es sei denn die Vielzahl der angebotenen Rassehunde lassen den Schluß zu, daß es sich beim Anbieter nicht um einen Liebhaberzüchter handelt. Hundezucht ist keine Vogelzucht und auch keine Nutzviehzucht. Ein Hund ist ein höchstsoziales Lebewesen mit Gemeinschaftssinn und für das Leben in Isolationshaltung nicht geeignet. Soziale Verhaltensweisen des Hundes ermöglichen ein harmonisches Zusammenleben mit dem Menschen und seinem Umfeld. Dem Zusammenleben entgegenstehende Verhaltensweisen (Aggressivität, Scheuheit) führen oft zu unüberwindbaren Schwierigkeiten und können zur Gefahr für Leib und Leben werden. Das Verhalten eines Hundes ist aber immer das Ergebnis der ererbten und erlernten Anlagen, will sagen: das endgültige Verhalten ist die Summer der genetisch manifestierten Eigenschaften und der Umwelteinflüsse.
Das Gros aller Rassehunde wird noch außerhalb des für das Hundewesen in Deutschland federführenden Verbands für das Deutsche Hundewesen (VDH) "produziert". Zum einem, weil die Züchter im VDH die Nachfrage nicht decken können, ohne dem Leitmotiv der seriösen Liebhaberzucht abtrünnig zu werden und weil sich nicht jeder Hundehalter den Zuchtbestimmungen unterwerfen will. Sorgfältige Hundezucht kann niemals schritt halten mit Modetrends. Ist es also von Vorteil, sich für eine weniger häufig vorkommende bzw. nicht moderne Hunderasse zu interessieren? Hunderassen, die weniger populär sind, werden auch weniger gezüchtet Quantität geht meist auf Kosten der Qualität, d.h. je populärer und bekannter eine Hunderasse ist, umso größer ist die Nachfrage und sobald sich ein "Markt" erahnen läßt, sind auch die weniger seriösen Hunde" züchter" oder sogenannte "Importeure" nicht weit. Denken wir nur in letzter Zeit an den Westhighland White Terrier, vom "Westie" kannten die wenigstens vor knapp 20 Jahren nicht einmal den Namen und auch heute ist der "Caesar-Hund" in jeder Wald- und Wiesenerscheinung an jeder Ecke anzutreffen. Natürlich auch in schlechter und mangelhafter Ausprägung. Der zweite Vorteil ergibt sich beinahe aus dem ersten, denn seltene Hunderasse, bei denen die Nachfrage ausschließlich unter den Kennern groß ist, werden auch ausschließlich von Liebhabern gezüchtet. D.h. daß der Profitgedanke gar nicht erst aufkommen kann, denn wer aus Liebhaberei ein solches Hobby betreibt, investiert stets mehr als er je durch den Verkauf von ein paar Welpen einnehmen kann. Preise und Qualität? Ein ernsthafter Hundezüchter nimmt sich in der Regel seiner favorisierten Hunderasse an bzw. züchtet kaum mehr als zwei verschiedene Hunderassen. Da er als Liebhaberzüchter seine Hunde schätzt und diese hegt und pflegt, im besten psychsichen und physischen Zustand hält, ihr die rassegemäße Zuwendung und Beschäftigung bietet und diese Hunde ausgestellt sein müssen (Nachweis für Zuchtqualität und Voraussetzung für die Zuchtzulassung) ggf. mit ihnen auch Arbeitsprüfungen durchgeführt wurden, werden auch nur soviele Hunde gehalten, wie derjeweilige Züchter betreuen und sorgfältig behandeln kann. Im größten nationalen Rassehundzuchtverband, dem Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) mit seinen angeschlossenen jeweiligen Rassehundespezialzuchtvereinen , sind die Zuchtanforderungen sehr hoch und die Zuchtbestimmungen sehr streng, wohl einmalig im weltweiten Hundewesen. Die Liebhaberzüchter müssen sich der Verantwortung bewußt sein, die eine Hundezucht mit sich bringt. Dazu gehören Mindest-Anforderungen an die Haltungsbedingungen, die Unterbringung und Pflege der Zuchttiere, die an das deutsche Tierschutzgesetz angelehnt sind, aber weit darüber hinausgehen. Wohl wissend, daß der Hund eben nicht das Haustier an sich ist, sondern in der Mensch-Hund-Beziehung eine herausragende Sonderstellung einnimmt. Kein anderes Haustier lebt mit dem Menschen in so einer engen und teilweise auch innigen Beziehung zum Menschen. Der Hund teilt den Alltag, die Wohnung, manchmal das Bett seines Besitzers, gehört zur Familie und ist ein fester Bestandteil der Lebensinteressen. Er funktioniert deshalb so gut, weil der Hund ein höchstsozialisiertes Lebenwesen ist, das als Rudeltier fähig zur Anpassung und zum Anschluß an den Menschen ist und stets eine auf Harmonie ausgerichtete Sozialstruktur in seinem Verhaltensinventar aufweist. Jeder Unfall mit Hunden, jeder Angriff von Hunden oder mehr oder weniger schlimme Beißereien haben nur eine Ursache: Das Fehlverhalten des Menschen. Sei es durch Unwissenheit oder Ignoranz der hündischen Verhaltensweisen oder Bedürfnisse, durch sogenannte Ausbildung oder "Abrichtung" , durch Tierquälerei oder Versachlichung, durch Vermenschlichung oder Vernachlässigung. Der Liebhaberzüchter ist durch die Zuchtverbände angehalten, sich ausreichende Sachkenntnis und Weiterbildung zum Verhalten, Haltung, Pflege, Erziehung, Zucht und Aufzucht anzueignen. Die Zucht und die Zuchtstätten werden regelmäßig von gewählten, ehrenamtlich tätigen Funktionären der Zuchtvereine kontrolliert und besichtigt. Die Zuchtbestimmungen schreiben Zuchtpausen und Auflagen vor, um die Zuchthündinnen vor einer Überforderung zu schützen. Die Zuchtprogramme und Untersuchungspflichten gegen Erbkrankheiten und Qualzuchten werden ebenfalls seit einigen Jahren vorangetrieben. Bei einigen Hunderassen haben sich bereits gesundheitliche Fortschritte gezeigt und züchterisch konnten bestimmte Erbkrankheiten zurückgedrängt werden. Der verantwortungsbewußte Hundezüchter ist also engagiert und organisiert. Er züchtet seine favorisierte Hunderasse, vielleicht auch zwei, äußerst seltener mehrere. Er investiert alles in seine Hunde, weil er ist Hundeliebhaber und -züchter mit Haut und Haar. Und für ihn hört das Interesse an seinen gezüchteten Hunden nicht bei der Abgabe des Hundes auf. Und keiner, der Hundezucht aus Leidenschaft betreibt, hat damit je Reichtümer verdient. Es gibt eine Reihe Liebhaberzüchter, die bisweilen sogar finanzielle Gratwanderungen von Wurf zu Wurf unternehmen müssen, denn leider geht die Rechnung Anzahl der Welpen mal Preis gleich Gewinn nicht auf. Populäre Hunderassen wie Dt. Schäferhund, Teckel, Pudel, oder die z.Z. hoch im Kurs stehenden Westhighland White Terrier,Golden Retriever oder American Staffordshire Terrier, Dalmatiner, Australian Shepherd sorgen zumindest für eine rege Nachfrage. In den Hundezuchtvereinen bleiben die jährlichen Welpenzahlen konstant oder weisen leichte Veränderungen auf. Wenn eine Rasse besonders gefragt ist, können sich die Welpenzahlen von 500 Bullterriern auf 900 im nächsten Jahr steigern. Aber kaum um mehr. Bei den im Trend liegenden Hunderassen ist die Nachfrage leider viel, viel größer, als sie seriöse Hundezüchter befriedigen könnten. Somit werden die Lücken von weniger seriösen und auch gewerblichen Massenproduzenten oder sogenannten Aufkäufern gefüllt. Wer darüberhinaus mit der Einstellung "Für einen Hund geb' ich doch nicht soviel Geld aus" an die Sache herangeht, ist mitschuldig an dem Geschäft mit dem Hund und leistet dem unseriösen Hundehandel vorschub. Der Wert eines Hundes bemißt sich an der Zeit und der Sorgfalt, die aufgewendet werden müssen, damit er sich geistig und körperlich bestmöglich entwickeln kann. Der Preis, der für einen wirklich in höchstem Maße optimal gezüchtet und aufgezogenen Welpen verlangt wird, deckt in keinster Weise den tatsächlichen Aufwand. Wer als erstes den Preis im Sinn hat, hat wenig Sinn für den Wert eines Hundes und ist nicht unbedingt der ideale Hundebesitzer, dem man einen Welpen anvertrauen sollte. Außerdem hat sich immer wieder gezeigt, daß eine Sache umso höher geschätzt wird, je mehr sie gekostet hat. Hunde, die man fast geschenkt bekommt, werden immer zuerst die sein, die wieder abgegeben werden. So ist der Mensch , leider! Seriöse Hundezüchter bleiben dem Hund auch nach dem Verkauf verantwortlich und durch eine sorgfältige Auswahl der Hundeinteressenten wird auch dem Tierschutz Rechnung getragen. Jeder seriöse Züchter wird Besucher gern empfangen und informieren und beraten. Suchen Sie lieber länger nach Ihrem idealen Hund. Sie werden Ihren Hund viele Jahre um sich haben, oft mehr als ein Jahrzehnt. Verantwortung des Käufers Eine Fehlentscheidung kann unglücklich machen. Sie sind als Hundekäufer verantwortlich für das Wohlergehen des Vierbeiners und für sein Leben. Sie müssen sich im klaren darüber sein, dass ein Hund eine große Verantwortung bedeutet, dass er auch eine einschneidende Veränderung in Ihrem Leben hervorrufen wird, dass er Schmutz in die Wohnung bringt und auch Schaden anrichten kann, dass er auch Entbehrungen abverlangt und dass er von nun an für Jahrzehnte (nicht nur für ein paar fröhliche Urlaubswochen) Ihr Begleiter ist. Sie müssen ihn versorgen und betreuen, pflegen wenn er krank ist und natürlich als Hund behandeln, das heißt ihn Hund Hund sein lassen. Sie sind verpflichtet sich die Mindestkenntnisse über das Hundeverhalten anzueignen. Ein guter erfahrener Züchter wird Ihnen beim Hundekauf einen "Leitpfaden" mit auf den Weg geben und sie hinsichtlich der Eingewöhnung beraten. Voraussetzung für eine problemlose Umgewöhnung ist die "gute Kinderstube". Wenn der Welpe zu seinem Züchter eine hervorragende Vertrauensbasis aufbauen konnte, ist er bestens vorbereitet für ein Leben mit seinem neuen Besitzer. Es gibt zahlreiche neuere Hundeenzyklopädien, die Ihnen die Auswahl der Rasse erleichtern. Weiter hilft dann der Verband für das Deutsche Hundewesen in Dortmund (VDH) mit seinen unzähligen individuellen Rassehundezuchtvereinen. Dort nennt man Ihnen auch Züchter mit denen Sie Kontakte aufnehmen können. Prüfen Sie genau und kaufen Sie nicht beim erstbesten Züchter. Lassen Sie sich mehrere Züchter empfehlen und besuchen Sie sie persönlich. Scheuen Sie nicht ein paar hundert Kilometer mehr. Ihr Hund soll künftiges Leben in den nächsten 12 bis 15 Jahren bereichern soll und nur wenn Sie bei der Auswahl sorgfältig genug sind, kann Ihr Hund ein Hauptgewinn für Sie und die gesamte Umgebung werden. Ehrliche Beratung durch den Züchter. Gerade Menschen. die sich für so etwas "Aussergewöhnliches" wie einen Australian Shepherd interessieren haben oftmals als erste Information die Literatur. In den meisten deutschsprachigen Büchern über Aussies findet der Leser oft nicht das, was er wissen möchte. Meistens sind Geschichten um die edelsten der edlen Hunde gerankt und in der blumigsten Sprache werden die Geschöpfe Allahs in den schillerndsten Farben gemalt, aber der Hundeinteressent erfährt wenig über das wahre Gesicht der Australian Shepherds und auch erfährt er selten, dass Aussie bei weitem nicht gleich Aussie ist. Australian Shepherds sind so vielschichtig und vielfältig, nicht nur im Aussehen auch im Charakter und Verhalten. Leider neigen viele Züchter und auch die Vereine dazu, den Aussie als "Überhunde" darzustellen, die mit Superlativen ausgestattet etwas ganz ganz anderes seien, als normale Hunde. Hier nähren sich Vorurteile und Fehler in der Beurteilung des Verhaltens und demzufolge ergeben sich Haltungsfehler. Letztendlich sind aber immer die Hunde die Leidtragenden. Es soll Menschen unter den Aussiehaltern geben, die sich wortwörtlich von ihren Aussies auf dem Kopf herumtanzen lassen und die Hunde eindeutig das Sagen haben. Und es gibt auch Aussiebesitzer, die ihren "Lieblingen" alle Unarten durchgehen lassen. Es wird selten erwähnt, dass jede Aussiehundrasse inzwischen auch bei uns in Deutschland mindestens in zwei Zuchtrichtungen gezüchtet wird : Der Arbeitshund mit erwünschtem starkem Hütetrieb oder der Ausstellungshund mit zügelbarem Temperament. Ein Züchter, der Ihnen zu allem eine Entschuldigung liefert, ist nicht unbedingt ehrlich zu sich selbst und zu verliebt in seine eigenen Hunde. Es muss klar erkannt werden, dass nur der Züchter den Grundstein legt. Er muss eine Vorbildfunktion für alle nachkommenden Hundehalter haben, d.h. er muss sachkundig sein und dazu gehört eben auch, dass er die Zusammenhänge von Hundeverhalten und Umwelt kennt und sie objektiv bewertet und er in der Lage ist, seinen Hundekäufern sachgemäße Auskünfte und Ratschläge für die Anpassung und Erziehung des Australian Shepherds in die Hand zu geben. Wenn Sie nicht hundertprozentig von dem Züchter überzeugt sind, dann reisen sie zu einem nächsten und dann wieder eben noch weiter. Wählen Sie sorgfältig und hören Sie eher auf die Züchter, die auch von Unannehmlichkeiten sprechen, als jene die alles schön reden. Wenn ein älteres Ehepaar, das immer nur Pudel hatte, nun plötzlich mit einem Barsoi liebäugelt, dann sollte ein verantwortungs-bewußter Züchter genau auf die möglichen Schwierigkeiten hinweisen, anstatt zwei Welpen aus einem Wurf zu empfehlen. Wenn ein Interessent Gefallen an dem Exterieur eines exotischen Azawakhrüden findet und das sein erster Hund überhaupt ist, dann hat der Züchter die Pflicht Vorbehalte anzumelden und nicht so zu tun, als wäre die Haltung ein Kinderspiel, wenn man den Hund nur gewähren läßt. Wer sich in einen Greyhound verliebt hat, darf nicht von Züchtern unter Druck gesetzt werden, dass man Greyhounds nur dann halten darf, wenn man diese Hunde zur Rennbahn bringt. Ehrlicher wäre es darauf hinzuweisen, dass es auch Züchter gibt, die eben nicht in erster Linie Rennhunde züchten. Vorsicht ist auch bei solchen Züchtern geboten, die sofort über ihre Mitbewerber herziehen und an keinem anderen ein gutes Haar lassen und bei denen Sie den Eindruck haben, hier soll in erster Linie verkauft werden an jeden, der kommt. Bedenken Sie, dass Sie mit Ihrem Aussie ein langes harmonisches und glückliches Zusammen-leben haben wollen, also prüfen Sie genau. Voreilige, unüberlegte oder "günstige" Käufe werden Sie früher oder später bereuen. Denn prüfe wer sich bindet, ob sich nicht doch was bess'res findet. Quelle:
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