Guter Züchter... Mittlerweile gibt es so viele Aussiezüchter, dass der Laie gar nicht mehr durch den Züchterdschungel durchblickt und vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Wendet man sich an einen Verein, in der Hoffnung auf erfahrene Züchter zu treffen, so wird man auch dort oft eines Besseren belehrt. Irgendwie bleibt es als Laie bei einem Lotteriespiel. Leider gibt es in Deutschland sehr wenige Züchter (egal ob groß oder klein), die etwas von der Zucht des Australian Shepherds verstehen. Man kann sie an max. 2 Händen abzählen. Wenn Sie also nicht sicher sind, ob der Verein oder der Züchter richtig sind , dann achten Sie darauf, dass der Züchter schon mal über den §11 des TierSchG verfügt. Dies bietet Ihnen vorab die Gewährleistung, dass der Züchter über die notwendige Sachkenntnis verfügt und seine Zucht amtlich kontrolliert wird.
Ein Züchter mit §11 des TierSchG kann sich keine Fehltritte erlauben, da sonst seine Zuchtstätte geschlossen wird und er gesetzlich gesehen wieder als illegaler Vermehrer gilt. Man findet auch oft Internetseiten, wo man liest, dass ein guter Züchter nie mehr als 3 Hündinnen haben darf. Dies ist absoluter Blödsinn. Vielleicht drückt man sich mit dieser Aussage vor einer amtlichen Prüfung und Kontrolle ( §11 des TierSchG) - wer weiß das schon. Ein Züchter hat mit Sicherheit mehr als 3 Hündinnen, sonst kann er an einer Rasseverbesserung oder Erhaltung gar nicht teilnehmen. Kann er zwar aber es wird nicht ins Gewicht fallen. Das sind meistens diejenigen, die über große Züchter mit vielen Hunde oder großen bekannten Blutlinien herziehen ohne auch nur den Begriff "Zucht" verstanden zu haben. Theoretiker & Weltverbesserer gibt es wesentlich mehr als Praktiker & Realisten (im züchterischen Sinne gesehen). Ein Züchter verfügt über ein Rudel, welches alle Altersklassen aufweist. Hunde sind Rudeltiere und Welpen sollten in einem Rudel groß werden oder heranwachsen, denn nur so kann man eine vernünftige Sozialisierung des Hundes gewährleisten. Warum glauben Sie, empfiehlt man Ihnen eine Hundeschule zu besuchen, wo man mit dem Welpenkurs anfängt? Richtig, um den Welpen im Umgang mit anderen Hunde zu sozialisieren. Ein Züchter mit vielen Hunden sorgt somit schon von Beginn an für eine vernünftige Sozialisierung. Diese macht sich später in der Hundeschule bemerkbar. Viel zu oft wird "gut sozialisiert" falsch verstanden und dargestellt. Autofahren, Leine gehen, Stadt laufen etc. hat nichts aber auch gar nichts mit Sozialisierung zu tun. Dies nennt man "Vermenschlichung oder Anpassung an die menschlichen Bedürfnisse". In der Natur gibt es keine Autos und keine Kaufhäuser. Ein Züchter verkauft auch keine Hunde, die aus Altersgründen nicht mehr zur Zucht eingesetzt werden. Diese Hunde leben weiterhin mit im Rudel und helfen bei der Sozialisierung der jüngeren Hunde. Auch wird sehr gerne verbreitet, dass ein Welpe zwischen der 8. und 12. Woche unbedingt in sein neues Zuhause kommen soll, weil in dieser Zeit die Prägephase ist. Das ist nur bedingt richtig. Ein Welpe der nach Ablauf der 12. Woche immer noch beim Züchter ist, hat mit Sicherheit nichts verpasst. Im Gegenteil, er hat durch das Leben im Rudel eine sehr gute Sozialisierung genossen und kann natürlich jederzeit danach den menschlichen Bedürfnissen angepasst werden. Er stellt sich auch sehr schnell auf das Rudelleben "Mensch" ein. Aber auch das Rudelleben "Mensch" ist der Hund bereits vom Züchter gewohnt. Ein Züchter verkauft Ihnen auch keinen Hund mit der 2. oder 4. Woche. Ein Züchter verfolgt das Heranwachsen der Welpen und beobachtet die Wesens- & Charaktereigenschaften seiner Hunde. Ein Züchter trifft mit ca. der 6.Woche eine Vorauswahl an Welpen, die er evtl. selbst erst einmal behalten möchte, um die weitere Entwicklung zu beobachten. Die Welpen, die nicht in sein Zuchtziel passen, gibt er an geeignete Interessenten ab. Dies soll nicht heißen, dass die Welpen qualitativ schlechter sind, sondern nur, dass diese Welpen zu diesem Zeitpunkt nicht in das Zuchtziel des Züchters passen und sonst nichts. Als Interessent sollten Sie die Möglichkeit haben, das Heranwachsen der Welpen zwischen der 4. & 8. Woche verfolgen zu können. Der Züchter wird mit Ihnen gemeinsam den passenden Hund auswählen oder Ihnen eine Empfehlung aussprechen. Er wird Ihnen erklären, warum der Welpe zu Ihnen passt oder warum nicht. Ein Züchter verkauft Ihnen erst dann einen Welpen, wenn die Augenuntersuchungen, welche zwischen der 6. und 8. Lebenswoche stattfindet, abgeschlossen sind und der passende Begleiter ermittelt wurde. Sowohl für den Welpen als auch für den Interessenten. Ein Züchter wird Ihnen auch keinen Welpen zur Zucht verkaufen. Er verkauft diesen für "Not for Breed". Man kann bei einem Welpen noch nicht sagen ob er zuchttauglich ist oder nicht. Man kann dies zwar äußerlich sagen aber der Rest wird seine weitere Entwicklung zeigen (z.B. HD Untersuchung mit dem 18. Monat etc.). Der Züchter kann den Hund jedoch bei entsprechender Entwicklung jederzeit zuchttauglich schreiben. Es kann vorkommen, dass ein Züchter nicht alle Welpen aus einem Wurf bereits mit der 8. Woche verkauft hat, weil der Welpe zum neuen Besitzer und der neue Besitzer zum Welpen passen muss. Dass heißt, der Züchter hat die Zeit auf den richtigen Partner Mensch für seine Welpen zu warten, damit beide Seiten (Welpe & neuer Besitzer) für den zukünftigen Lebensweg glücklich sind. Ein guter Züchter verkauft niemals seine Welpen aus Platz- oder Zeitmangel. Er führt auch keine Reservierungslisten. Ein Hund ist kein Harry Potter Buch, welches ich reservieren muss, um es auch am Tag der Veröffentlichung erhalten zu können. Ein Züchter ist auch nach dem Kauf für den neuen Besitzer und vor allem für seinen Welpen zu jeder Tages- und Nachtzeit da. Ein Züchter wird auch seine Nachzucht kostenfrei in Urlaub nehmen, wenn es erforderlich ist. Es gibt immer mal Situationen im Leben, wo der Hund (z.B. wegen Krankheit ) besser beim Züchter aufgehoben ist als sonst irgendwo. So, jetzt habe ich ihnen wahrscheinlich eine ganz andere Sichtweise vermittelt, die nicht in das allgemein Bild passt, was man vielleicht sonst so liest. Aber das nennt man "Zucht". Gruß Ralf Schlapp
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